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So kannst Du Dartprofi werden

Die Strukturen im Dart werden immer professioneller und mittlerweile lässt sich in dem Präzisionssport auch eine ganze Menge Geld verdienen. Kein Wunder, dass der Traum vom Dartprofi bei vielen ambitionierten Spielern in einigen Nächten geträumt wird. Immerhin ist die Kombination zwischen einem guten Verdienst und einem Job, den Du aus Leidenschaft ausführst, kaum zu toppen.

Wie in jedem Sport ist allerdings auch der Weg zum Dartprofi steinig und von vielen Herausforderungen gesäumt. Nicht nur das Talent spielt eine Rolle, sondern auch Fleiß, Einstellung und Durchhaltevermögen. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Fast jeder hat die Möglichkeit, Dartprofi zu werden. Es gibt kaum Grundvoraussetzungen wie beispielsweise eine gewisse Größe beim Basketball.

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Dartprofi werden – Suche den Wettbewerb

Wenn Du Profi im Pfeilewerfen werden willst, dann darfst Du von Beginn an keinem Wettbewerb aus dem Weg gehen. Untern guten Spielern ist die Annahme allgegenwärtig, dass zu Hause am eigenen Dartboard jeder gut Spielen kann. Es kommt darauf an, ob Du die Doppel und Triple dann triffst, wenn es darauf ankommt. Genau diese Eigenschaft unterscheidet gute Dartspieler und Dartprofis.

Der Wettbewerb ist im Dartsport gleichzeitig das beste Training. Das Trainieren in den eigenen vier Wänden ist natürlich auch von Bedeutung, wenn immer es möglich ist, solltest Du dir aber einen Konkurrenten mit ins Boot holen, der mit dir trainiert. Dadurch kannst Du selbst in Trainingsspielen den Druck und das eins gegen eins spüren. Je mehr direkte Duelle Du absolvierst, desto besser kannst Du auch mit dem Druck umgehen. Versprochen!

Wenn Du ein ambitionierter Dartspieler bist, dann kannst Du in einen Verein oder in eine Mannschaft eintreten. So kannst Du regelmäßigen Wettbewerb garantieren. Eine wöchentliche Liga ist Gold wert, wenn Du dich verbessern willst. Auf diese Weise trainierst Du dein Spiel im Ernstfall und lernst nach und nach, auch in entscheidenden Momenten ruhig zu bleiben. Darts wird zu über 50 Prozent im Kopf entschieden – und das liegt an dem Druck, der im Wettbewerb entsteht. Wenn Du diesen oftmals erlebt hast, dann kannst Du Techniken finden, die dir dabei helfen cool zu bleiben. Dazu gibt es eine ganze Menge an Tricks. Hier gehts zum Artikel: Dart Mentaltraining

Der ideale Weg zum PDC-Profi

Die BDO und die PDC bilden die beiden größten Dartverbände der Welt. Letzterer ist der deutlich prestigeträchtigere und auch der Verband, bei dem deutlich höhere Preisgelder zu verdienen sind. In der BDO reichen diese im Normalfall nicht dazu aus, dass Du ein Profi werden kannst. Der Weg zum Dartprofi führt daher nur über die PDC.

Da es im Dart kein klassisches Scoutingsystem wie beispielsweise im Fußball gibt, musst Du selbst auf die Verbände zugehen, wenn Du in den Profibereich vordringen willst. Dafür ist das System sehr fair, denn jeder Spieler der Welt kann sich theoretisch eine Tourcard für die PDC erwerfen.

Anmeldung zur Q-School

Die Tür zur PDC-Tour ist die Q-School. Diese stellt mehrere Turniere dar, in denen sich ambitionierte Dartspieler eine der begehrten Tourcards sichern können. An der Q-School kannst Du ab einem Alter von 16 Jahren teilnehmen. Es gibt zwei Austragungsorte: Das englische Wigan und Hildesheim in Deutschland.

Für die Teilnahme verlangt die PDC eine einmalige Anmeldegebühr in Höhe von 400 Pfund. Diese wird auch fällig, um Spieler mit niedrigerem Niveau abzuschrecken. Es sollen sich nicht zu viele Spieler anmelden, sondern nur die, welche sich auch wirklich Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden machen. Eine Summe von 50 Pfund für die DRA (Darts Regulation Authority) kommt hinzu. Mit dieser bezahlst Du das Schiedsgericht der PDC, das bei den Turnieren vor Ort ist.

Wer erhält in der Q-School eine Tourcard?

Die Q-School in Hildesheim besteht aus je einem Turnier an vier Tagen. Lediglich die vier Tagessieger erhalten eine Tourcard. Zusätzlich werden einige Tourcards über die „Qualifying School Order of Merit“ vergeben. Wenn Du bedenkst, dass rund 600 talentierte Spieler jedes Jahr Ihr Glück versuchen, dann merkst Du, dass deutlich mehr als nur Talent erforderlich ist. Wenn Du dich über ein ganzes Turnier in der Q-School durchsetzen willst, dann brauchst Du einen klaren Kopf und mentale Stärke.

Eine Tourcard berechtigt dich zur Teilnahme an den großen Turnierserien der PDC. Sie gilt für zwei Jahre, in denen Du dich mit den großen der Szene messen kannst. Wenn Du dich durchsetzt, dann musst Du dich nach zwei Jahren nicht unbedingt erneut qualifizieren, sondern kannst die Turniere über die Order of Merit spielen.

Der alternative Weg zum Dartprofi

Wenn Du dir über die Q-School keine Tourcard sichern konntest, dann stehen dir noch zwei weitere Möglichkeiten zur Verfügung. Diese zeigen sich in der PDC Challenge Tour und die PDC Development Tour.

PDC Challenge Tour

Die Challenge Tour ist im Jahr 2013 extra für die Spieler eingeführt worden, die sich über die schwierige Q-School keine Tourcard sichern konnten. Auf dieser können auch BDO-Spieler agieren, die an der Q-School ihr Glück versucht haben. In diesem Fall sind sie sechs Monate bei der BDO gesperrt, bei der Challenge Tour der PDC dürfen sie allerdings mitwerfen. Die Teilnahme an der Q-School ist hingegen sogar eine Grundvoraussetzung, wenn Du an der Challenge Tour teilnehmen willst.

Die Challenge Tour besteht aus 20 Turnieren im Jahr und führt mit der „Challenge Tour Order of Merit“ eine eigenen Rangliste. Die beiden Spieler, die am Saisonende ganz oben stehen, erhalten jeweils eine Card für die PDC-Tour. Wenn Du Platz drei bis acht belegst, dann springt immerhin noch eine kostenlose Teilnahme an der nächsten Q-School heraus.

PDC Development Tour

Die PDC Development Tour besteht seit 2011, zunächst lief sie allerdings unter dem Namen „PDC Unicorn Youth Tour“. Wie beide Namen bereits vermuten lassen, handelt es sich bei der Tour für eine spezielle Turnierlinie für junge und ambitionierte Nachwuchsspieler. Im Teilzunehmen musst Du zwischen 16 und 23 Jahren alt sein.

Auch die Development Tour führt eine eigene Rangliste, die sich „Development Tour Order of Merit“ nennt. Noch eine Gemeinsamkeit: Auch hier erhalten der Zweit- und der Erstplatzierte eine Tourcard für die PDC-Pro-Turniere. Und noch eine Gemeinsamkeit: die Plätze drei bis acht dürfen kostenlos bei der nächsten Q-School teilnehmen.

Die PDC Development Tour kann allerdings noch deutlich attraktiver sein als die Challenge Tour. Der Toursieger erhält nämlich einen Startplatz bei der PDC Darts-WM im Alexandra Palace. Das riecht dann schon ziemlich nach Dartprofi werden. Außerdem qualifizieren sich die oberen Spieler der „Development Tour Order of Merit“ für die PDC World Youth Championship. Auch der Sieger der Jugend-Wm erhält einen Startplatz der PDC Darts-WM. Jede Menge Möglichkeiten für den ganz großen Wurf also.

Die Development Tour macht auch in Deutschland Halt. Vier Turniere werden in Hildesheim abgehalten. Das insgesamt Preisgeld aller Turniere beträgt rund 200.000 Pfund.

Reisekosten und Teilnahmegebühren

Wenn Du dir eine Tourcard ergattern konntest, dann wirst Du womöglich schon den ein oder anderen Dollarschein im Auge haben. Die Preisgelder auf der Pro-Tour der PDC sind sehr attraktiv, Du solltest dich von diesen aber nicht blenden lassen. Um regelmäßig an den Turnieren der Tour teilzunehmen fallen nämlich auch einige Kosten an.

Du Reisekosten fallen am meisten ins Gewicht. Zu den meisten Turnieren wirst Du mit dem Flugzeug anreisen müssen, manchmal geht es vielleicht auch mit dem Auto oder dem Zug. Außerdem kommen Hotelkosten und Verpflegung hinzu. Gerade zu Beginn der Karriere musst Du diese Kosten in der Regel selbst übernehmen und daher hast Du in den Turnieren zusätzlich Druck genügend Geld einzuspülen, damit sich der jeweilige Trip auch lohnt.

Welche Rolle spielen Sponsoren?

Gerade wegen der anfallenden Kosten ist ein Sponsor ein Muss für jeden ambitionierten Dartprofi. Sponsoren sind von großer Bedeutung, da sie dir den Druck nehmen können. eine Platzierung in den Top 64 der PDC ist heute ohne Sponsor kaum mehr denkbar. Die ersten 64 bilden sozusagen eine magische Grenze, denn die ersten 64 Spieler der Order of Merit erhalten automatisch eine Tourcard für das folgende Jahr.

Das Problem: Viele Sponsoren werden erst auf dich zukommen, wenn Du diese Schallmauer durchbrochen hast und unter den besten 64 Dartspielern der Welt bist. Es gibt aber noch andere Option auf Sponsoren. Vor allem die lokale Komponente spielt eine Rolle. Deutsche Dartspieler genießen einen immer besseren Ruf und in Deutschland erlebt der Dartsport einen großen Hype. Das ist für deutsche Sponsoren interessant – vor allem, wenn diese aus der Nähe deines Wohnortes kommen.

Wettanbieter sind die häufigsten Sponsoren im Dartsport. Mittlerweile tritt aber beispielsweise auch der deutsche Software-Anbieter SAP als Sponsor in der PDC in Erscheinung. Praktisch sind auch deutsche Dartshops. Eine solche Partnerschaft ist eine Win-Win-Situation. Du stehst als Gesicht für den Shop und erhältst im Gegenzug ideale Ausrüstung und im besten Fall auch noch die Erstattung der Reisekosten. So kannst Du ohne Druck auf der PDC-Tour dein Glück versuchen, um dich in den Top 64 zu etablieren.

Exhibitions wahrnehmen

Neben den Turnieren stellen Exhibitions eine hervorragende Möglichkeit dar, deine Profi-Kasse aufzubessern. Als Dartprofi kannst Du dich von Privatpersonen, Unternehmen und anderen Veranstaltern buchen lassen, um mit ihnen zu spielen und Show-Turniere abzuhalten.

Einige Profis streichen einen Großteil ihrer Verdienste durch Exhibitions, die nebenbei noch einen positiven Effekt haben: Du zeigst dich bei solchen Veranstaltungen nahbar, hältst einen Plausch und gewinnst dadurch womöglich einige Fans, die dich auf deinem weiteren Weg unterstützen.

Welche Summen kannst Du als Dartprofi verdienen?

Zum Abschluss die Frage aller Fragen rund ums Geld. Interessant ist zunächst die Summe, die Du verdienen solltest, um tatsächlich Dartprofi sein zu können. Um die Kosten zu decken, die durch den Dartsport entstehen solltest Du schon einmal rund 1000 Pfund an Preisgeldern einspielen. Dieses Geld benötigst Du für Reisen, Lebensunterhalt und Unterkünfte. Dann hast Du aber noch nichts verdient.

Um ohne Nebenjob vom Dartsport leben zu können musst Du definitiv in die Top 100 der Order of Merit vordringen. Die Spieler zwischen Rang 20 und Rang 100 können im Normalfall vom Pfeilewerfen leben – mehr oder weniger gut. Es kommt natürlich auch auf die Sponsoren und Nebenverdienste durch den Dartsport an.

Wenn Du die Top 20 erreichen solltest, dann hält der Dartsport einen enorm guten Verdienst für dich bereit. In den Top 10 liegen die verdienten Preisgelder der Spieler derzeit zwischen 300.000 Pfund und 1,5 Millionen Pfund. Ein attraktives Ziel, der Weg zum Dartprofi ist aber von vielen Herausforderungen und Schwierigen geprägt. Allerdings: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

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Veröffentlicht in Ratgeber.